Berichterstattung "2. Hofer Indienforum"

Veranstaltung des BIWiT-Projekts

Unter dem Motto "Samosa meets Sauerkraut“ fand am Nachmittag des 17. März 2014 im Rahmen des 2. Hofer Indienforums an der Hochschule Hof ein Interkulturelles Training Indien statt, konzipiert für deutsche Manager und Mitarbeiter, deren Unternehmen bereits auf dem indischen Markt aktiv sind oder eine Zusammenarbeit in der Zukunft anstreben.

Nach einer herzlichen Begrüßung des Hochschulpräsidenten und Vorsitzenden des Direktoriums des Bayerisch-Indischen Zentrums Herrn Prof. Dr. Dr. h.c. Jürgen Lehmann, einer eindrucksvollen Rede des aus Berlin angereisten Indischen Botschafters in Deutschland S.E. Herr Vijay Gokhale wurde das Wort schließlich an den Interkulturellen Trainer Herrn Singh Bal übergeben, der das vierstündige Training leitete und die Seminarteilnehmer/-Teilnehmerinnen mit seinen humorvollen Beschreibungen, Anekdoten und Erfahrungsberichten über deutsch-indische Wirtschaftsbeziehungen begeistern konnte.

Neben Einblicken in kulturelle Werte und Gepflogenheiten des indischen (Geschäfts-) Alltags standen vordergründig drei Themen auf der Agenda, denen im Rahmen des Seminars besondere Aufmerksamkeit zukam: Persönlichkeit, Kommunikation und Hierarchien. Die Persönlichkeit des indischen Kooperationspartners zu akzeptieren und diese an seine eigenen Erfahrungen bzw. Umgangsformen anzupassen, sei laut Herrn Singh Bal außerordentlich wichtig, um ein Geschäft erfolgreich abzuschließen. Der direkte Umgangston der Deutschen sowie das Ausüben von Kritik bringt die indischen Geschäftspartner oft eine schwierige Situation. In Indien ist die Wahrung des Gesichts, die Akzeptanz und der Umgang mit Vorgesetzten ein wichtiger Bestandteil im Arbeitsalltag. Herr Singh Bal berichtete von einer Mitarbeiterschulung von einem indischen Tochterunternehmen, welche in Deutschland stattfand. Zur Begrüßung, so wie es in Deutschland üblich ist, hieß der Geschäftsführer die frisch angereisten indischen Arbeiter Willkommen, welche daraufhin im Laufe ihrer Schulung die Kommunikation mit den direkt Vorgesetzten verweigerten. Das Aufeinandertreffen der indischen Arbeitergruppe mit dem Geschäftsführer stellte sie in dem Moment auf eine gleiche Hierachieebene, so dass der Kontakt zu allen, die nicht der Geschäftsführung angehörten, nicht angemessen war. Kritik in Indien wird auf einer netten Art und Weise kommuniziert und nicht direkt auf den Punkt gebracht. Das bedeutet, man sollte offen, klar kommunizierend und wiederholend sein Anliegen weiterleiten. Bekannterweise beschränkt sich die Erreichbarkeit der Deutschen meist auf die Zeit von Montag bis Freitag zwischen 8-18 Uhr. Der Kontakt zu indischen Geschäftspartnern ist rund um die Uhr, es ist selbstverständlich, auch nach der Arbeit seine Kollegen erreichen zu können, denn schließlich ist die Arbeit ein Teil der Familie, zu der man sich stark verbunden fühlt. Man sollte die Art und Weise der Kommunikation mit seinem indischen Geschäftspartner vorab besprechen und sich darauf gefasst machen, dass Termine immerzu rückbestätigt werden. Das macht die Kommunikation mit der ständigen Erreichbarkeit so besonders, auch vor dem Hintergrund, dass Verspätungen aufgrund von starker Verkehrsvorkommnisse oder aufgrund persönlicher Angelegenheiten oft in Indien vorkommen.

Am Ende des Seminars wurde die Interaktion zwischen Teilnehmern und Interkulturellen Trainer von der Fernsehstation TV Oberfranken aufgezeichnet, das unter folgenden Internetlink einsehbar ist: http://www.tvo.de/mediathek/kategorie/sendungen/4you/#.UzVLkc6tVdM: Alle Teilnehmer/ -innen konnten auf eine kurzweilige, lehrreiche und unterhaltsame Veranstaltung zurückblicken, die mit einem positiven Feedback an Herrn Singh Bal ihr Ende fand.

Anbei finden Sie die beiden Pressemitteilungen aus der Frankenpost, erschienen am 20.03.2014: https://www.frankenpost.de/regional/wirtschaft/Wir-muessen-einige-hausgemachte-Probleme-loesen;art2448,3221143 und http://www.frankenpost.de/regional/wirtschaft/Im-Wechselbad-der-Gefuehle;art2448,3221145.

 

     

      

   

 

Am Mittag fand ein Get-together der Hochschulakteure zum Thema Indien statt. Dabei wurde allen Teilnehmern ermöglicht sich im Zusammensein des Indischen Botschafters S.E. Herrn Vijay Gokhale und des Indischen Generalkonsuls in München Herr Sevala M. Naik auszutauschen.

 

    

   

 

Im Anschluss an das Get-together gab es eine Rundführung in die Labore der Hochschule Hof. Prof. Dr. Herbert Reichel gab den Teilnehmer (Vijay Gokhale, Sevala M. Naik, Prof. Dr. Dr. h.c. Jürgen Lehmann, Dr. Daniel Werner und Antje Wessels) einen guten Einblick in die tägliche Arbeit der Studenten, die studiumbegleitend praktische Erfahrungen sammeln können.

 

  

 

Weiterhin organisierte das Bayerisch-Indische Zentrum eine Rundführung in das deutsch-deutsche Museum Mödlareuth. Das Museum zur Geschichte der deutschen Teilung, auch "Little Berlin" von den Amerikanern genannt, stieß auf großes Interesse der beiden hochrangigen Gäste.

 

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