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IT in Indien

organisiert von BayIND und BICC-NET am 4. Mai und 6. Mai

BayIND und BICC-NET führten diese Informationsveranstaltungen gemeinsam durch, um Fach- und Länderkompetenzen der beiden Organisationen möglichst gewinnbringend für die Mitglieder von BICC-NET zu bündeln.

 

Die erste ‚IT in Indien‘ Veranstaltung fand am 4. Mai 2010 in den Räumlichkeiten des DORMERO Schlosshotels in Reichenschwand bei Nürnberg statt. Zuerst sprach der Gastreferent Herr Dr. Roland Haas über die wirtschaftliche Lage Indiens und über das enorme Wirtschaftswachstum in den letzten Jahren. Dieses Wachstum, insbesondere bei der IT Industrie in Indien, erfolgte aus einer Welle von Outsourcing-Aufträgen für indische Firmen. Dr. Haas blickte kurz auf die Wachstumsgeschichte der indischen Offshore-Industrie. Mittlerweile betreiben viele internationale Konzerne F&E-Zentren in Indien und indische Firmen wie Infosys, Wipro und TCS bauten hunderttausende von Jobs im IT- und BPO-Dienstleistungsgeschäft auf. Er diskutierte einige Kernfaktoren, die über Erfolg oder Misserfolg von Offshore-Aktivitäten entscheiden. Den Schwerpunkt dieses Vortrags bildete die Analyse des Potentials des indischen IT-Marktes für die bayerische Industrie anhand von Praxisbeispielen und Erfahrungsberichten. Deutsche Firmen profitieren von Offshore-Aktivitäten, indem sie Applikationsmanagement oder Infrastrukturservices nach Indien verlagern. Der indische Markt bietet aber auch enorme Chancen für deutsche Firmen, die ihre Produkte vermarkten wollen. Danach sprach Dr. Haas über Indiens großen Talentpool sowie das indische Ausbildungssystem und diskutierte anschließend Themen wie Rekrutierung und Fluktuation von Personal.

 

Nach einer Pause folgte der Erfahrungsbericht der Fraunhofer-Einrichtung für Systeme der Kommunikationstechnik (ESK). Die Fraunhofer-Gesellschaft hat Indien als einen wichtigen internationalen Markt identifiziert. In ihrem Vortrag berichtete Frau Susanne Baumer von den Chancen, Risiken und Erfolgen eines deutschen Forschungsinstituts in Indien. Frau Baumer sprach über die Forschungs- und Entwicklungslandschaft in Indien. Sie schilderte Ihre Indien-Erfahrungen anhand verschiedener Beispiele und zeigte dabei auch Tipps und Tricks für das ‚Erlebnis Indien‘, für Geschäfte, Verhandlungen und die Bürokratie in Indien. Sie stellte die unterschiedlichen kulturellen Eigenschaften, die typisch für Inder und Deutsche sind, dar. Sie berichtete vom Deutschlandjahr in Indien 2011 und von den verschiedenen geplanten Aktivitäten. Zum Schluss diskutierte sie die Erfolgsfaktoren für die Arbeit mit Indern.

 

Am 6. Mai 2010 fand die zweite Informationsveranstaltung in den Räumlichkeiten des Best Western Hotels Erb in Parsdorf bei München statt. Diese ‚IT in Indien‘ Veranstaltungen waren inhaltlich sehr ähnlich. Nach dem Vortrag von Herrn Dr. Haas folgte der Erfahrungsbericht der Fraunhofer ESK von Herrn Mike Heidrich.

 

Die Vorträge regten viele Fragen von Seiten der Teilnehmer an. Somit ergaben sich gute Diskussionsrunden bei beiden Veranstaltungen mit aktiven interessierten Teilnehmern. Im Anschluss an die Vorträge hatten die Teilnehmer und Referenten Zeit für Networking beim bayerisch-indischen Imbiss.

 

Rückblickend auf diese Infoveranstaltungen könnte man Folgendes zusammenfassen: Das größte Wachstumspotenzial der Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) liegt in der Internationalisierung. Indien kommt hierbei eine ganz besondere Bedeutung zu. Die Referenten sprachen vom enormen Potential Indiens durch die Offshoring-Möglichkeiten, dem rasant wachsenden Binnenmarkt, die Nachfrage nach deutschen Produkten und Technologien, die großen Talentpools sowie vermehrtes Interesse an Forschung und Entwicklung. Firmen sollten sich aber den Schritt nach Indien gut überlegen und diese Entscheidung durch fundierte Analysen und Recherchen belegen. Wichtig wäre auch, viel Zeit mitzubringen und ein Bewusstsein sowie Offenheit für Interkulturelles zu entwickeln.

 

Bildergalerie 'IT in Indien'